Das Projekt „Lernort Mensa“ wird auf drei weitere Schulen in Niedersachsen ausgeweitet. Sie erhalten bis Ende des Jahres fachliche Begleitung und Unterstützung bei der Weiterentwicklung ihrer Mensa- und Ernährungsbildungsangebote. Wie bei den ersten Modellstandorten steht auch hier die praktische Verknüpfung von Schulverpflegung, pädagogischer Arbeit und nachhaltiger Ernährung im Mittelpunkt.
Projektleiter Stefan Gerhardt begrüßt die Erweiterung: „Wir freuen uns sehr über die Möglichkeit, weitere Schulen in Niedersachsen begleiten zu können. Das ist eine tolle Chance für Schüler und Lehrkräfte. Gemeinsam möchten wir nachhaltige Impulse in der Ernährungsbildung setzen und Strukturen stärken, die langfristig im Schulalltag wirken.“
Wir stellen die Schulen vor und erfahren, was sie sich von der Zusammenarbeit erhoffen:
Grundschule Hahle

Die Grundschule Hahle ist mit ihren aktuell 173 Kindern das Zentrum des Bildungshauses in Stade. Als teilgebundene Ganztagsschule zeichnet sie sich durch eine besonders enge Verzahnung mit den örtlichen Kindertagesstätten aus. Im Bildungshaus spielt Ernährungsbildung bereits eine wichtige Rolle, bei der auch die Eltern mit eingebunden werden. So gibt es z. B. Angebote für gemeinsames Kochen und Gärtnern. Die Schule verfügt über Hochbeete und Naschecken, in denen Obst, Gemüse und Kräuter angebaut werden. Auch eine Obstwiese mit alten Sorten gehört zum Bildungsstandort. Über ein EU-Programm erhält die Schulgemeinschaft kostenfrei Obst, Gemüse und Milchprodukte sowie pädagogisches Bildungsmaterial zu gesunder Ernährung.
Schulleiter Marc Rohde sieht das Projekt als Möglichkeit für mehr interkulturellen Austausch: „Ich freue mich besonders darauf, wie wir die Mensa zu einem echten Herzstück des Bildungshauses entwickeln – zu einem Ort, an dem Essen, Sprache und Begegnung täglich ineinandergreifen und der weit mehr ist als ein Versorgungsort. Wenn Eltern in ihrer Familiensprache vorlesen, Rezepte und Geschichten mitbringen und die Mensa so zum mehrsprachigen Begegnungsraum wird, zeigt das, welches Potenzial in diesem Raum steckt. Der Kulturküchen-Container ergänzt diesen Gedanken nach außen: In den Pausen verteilen Eltern und Kinder gemeinsam selbst zubereitete Snacks aus verschiedenen Herkunftskulturen an die Schüler – ein lebendiger Moment, in dem Essen zur Einladung wird, ins Gespräch zu kommen und voneinander zu lernen. Ich freue mich darauf zu erleben, wie Kinder durch Kochen, Gartenarbeit und gemeinsames Essen in Bewegung kommen – und dabei ganz nebenbei ihren Wortschatz erweitern, erzählen und kommunizieren.“
Grundschule Merzen

Die Grundschule mit offenem Ganztag wird von 195 Kindern besucht. Sie steht aktuell vor einer umfassenden baulichen Neuausrichtung durch einen Schulneubau, der 2028 eröffnet werden soll. Schule, Träger und Caterer arbeiten eng zusammen, um eine frische, gesunde Verpflegung der Schüler zu gewährleisten. Themen wie Ernährung, Umweltbewusstsein und Gesundheit werden nach Möglichkeit bereits in den Schulalltag integriert. Im Rahmen des fit4future-Programms etwa finden regelmäßig Aktionstage für Bewegung und Fitness statt. Die Schule nimmt zudem an der „Gesunden Stunde“ teil, einer regionalen Initiative zur Gesundheitsförderung. Über die EU-Schulobstaktion erhalten die Kinder kostenfreien Zugang zu Obst und Gemüse.
Schulleiterin Petra Bröker hat bereits konkrete Ideen für die Projektarbeit: „Mensa als Lern- und Lebensort auch in unserer Übergangslösung zu gestalten, ist aktuell unserer vorrangiges Ziel. Die Anschaffung eines Buffetausgabesystems, die Reduzierung von Essensresten, die Steigerung des Bioanteils bei den Lebensmitteln oder das Ernährungscoaching der Kinder: Unsere Ideen sind vielfältig! Wir sind dankbar und freuen uns über diese Chance!“
IGS Lengede

Die Integrierte Gesamtschule unterrichtet 1068 Schülerinnen und Schüler von der 5. bis zur 13. Klasse. Sie verfolgt ein pädagogisches Konzept, in dem eine gesunde und bewusste Ernährung fest verankert ist. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Mensa, die eigenverantwortlich vom Mensaverein IGS Lengede e.V. betreut wird. Die Teilnahme am Mittagessen ist für die Klassenstufen 5 bis 8 verpflichtend, ab der 9. Klasse ist sie freiwillig. Die Schule verfügt über einen eigenen Schulgarten mit Hochbeeten und Naschecken, in dem die Schüler Lebensmittel direkt vom Anbau bis zur Ernte begleiten. Durch regelmäßige Gesundheitstage und spezifische BNE-Projekttage werden ökologische und gesundheitliche Zusammenhänge vermittelt.
Thomas Jaudzims, BNE-Ansprechpartner an der Schule, freut sich auf die Projektarbeit: „Wir freuen uns riesig, als eine der ausgewählten Schulen beim Projekt Lernort Mensa dabei zu sein! Für uns ist die Mensa nicht nur ein Ort zum Essen, sondern das soziale Herzstück, das wir gemeinsam mit unseren Schülern noch lebendiger und nachhaltiger gestalten wollen. Challenge accepted!“

